Psychologische Fixierungen nach Freud

Eine Einführung in die Theorie der psychosexuellen Entwicklung und ihre Bedeutung für das Erwachsenenleben

Was sind psychologische Fixierungen?

Sigmund Freud entwickelte die Theorie der psychosexuellen Entwicklung, die besagt, dass unsere Persönlichkeit maßgeblich durch Erfahrungen in der frühen Kindheit geprägt wird. Jede Entwicklungsphase ist mit bestimmten Bedürfnissen und Herausforderungen verbunden.

Eine Fixierung entsteht, wenn ein Kind in einer bestimmten Phase zu viel oder zu wenig Bedürfnisbefriedigung erfährt. Diese ungelösten Konflikte können sich im Erwachsenenleben in charakteristischen Verhaltensmustern und Persönlichkeitsmerkmalen zeigen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass fast jeder Mensch Anteile verschiedener Fixierungen in sich trägt. Der Test hilft dir zu erkennen, welche Muster bei dir am stärksten ausgeprägt sind.

Orale Fixierung (0-1 Jahr)

Entstehung

Die orale Phase ist die erste Entwicklungsphase, in der das Baby die Welt hauptsächlich durch den Mund erkundet. Stillen, Nähren und orale Stimulation stehen im Mittelpunkt. Eine Fixierung entsteht durch zu viel oder zu wenig Bedürfnisbefriedigung in dieser Phase.

Typische Merkmale im Erwachsenenleben

  • Übermäßiges Essen, Trinken, Rauchen oder Nägelkauen
  • Starkes Redebedürfnis und Geselligkeit
  • Passivität und Abhängigkeit von anderen
  • Niedrige Frustrationstoleranz, schnelles Aufgeben
  • Neid, Forderungshaltung und Egoismus
  • Schwierigkeiten beim Aufbau intimer Beziehungen
  • Materielles Gewinnstreben oder starke Wissbegier
  • Entweder sehr optimistische oder pessimistische Grundhaltung
Anale Fixierung (1-3 Jahre)

Entstehung

In der analen Phase lernt das Kind, seine Ausscheidungen zu kontrollieren. Die Sauberkeitserziehung spielt eine zentrale Rolle. Eine zu strenge oder zu laxe Erziehung kann zu einer Fixierung führen.

Typische Merkmale im Erwachsenenleben

  • Anal-retentiv: Übermäßige Ordnungsliebe, Perfektionismus, Geiz, Kontrollzwang, Sturheit
  • Anal-expulsiv: Extreme Unordentlichkeit, Desorganisation, Verschwendungssucht
  • Starke Unterdrückung von Aggressionen
  • Überkontrolliertheit und Zwanghaftigkeit
  • Allmacht der Gedanken (Gleichsetzung von Denken und Handeln)
  • Schwierigkeiten beim Loslassen
Phallische Fixierung (3-6 Jahre)

Entstehung

In der phallischen Phase entdeckt das Kind seine Geschlechtsorgane und entwickelt eine starke Bindung zum gegengeschlechtlichen Elternteil (Ödipus- bzw. Elektrakomplex). Ein ungelöster Konflikt in dieser Phase kann zu einer phallischen Fixierung führen.

Typische Merkmale im Erwachsenenleben

  • Übermäßige Eitelkeit und Narzissmus
  • Exhibitionistische Tendenzen
  • Sexuelle Aggressivität oder Promiskuität
  • Starke Rivalitätsgefühle und Wettbewerbsdenken
  • Erfolgsbesessenheit und rücksichtsloses Verhalten
  • Unsicherheit bezüglich der sexuellen Identität
  • Ständiges Suchen nach Bestätigung
  • Übermäßige Scham oder aggressives Verhalten
  • Abschätzige Haltung gegenüber dem anderen Geschlecht
Gesund/Balanciert (Genitale Reife)

Merkmale

Ein gesundes, balanciertes Profil entsteht, wenn alle Entwicklungsphasen erfolgreich durchlaufen wurden und keine signifikanten Fixierungen bestehen bleiben.

  • Erfolgreiche Integration aller Entwicklungsphasen
  • Reife Beziehungsfähigkeit
  • Gute Frustrationstoleranz
  • Ausgewogenes Selbstbild
  • Fähigkeit zu geben und zu nehmen
  • Flexibilität im Denken und Handeln

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